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MECHANISCHE VERFAHRENSTECHNIK - Anwendungen - LifeScience - Lebensmittel - Gewürze

 
Gewürze
Gewürzmahlung gehört mit zu den schwierigsten Aufgaben der Zerkleinerungstechnik, weil Gewürze zum einen sowohl in ihrer Struktur als auch in der Mahlbarkeit sehr verschiedenartig sind, und zum anderen bestimmte Gewürze wie zum Beispiel Curcuma je nach Anbauart oder Erntezeit ganz unterschiedlich ausfallen können.

Für sämtliche Gewürze und jede Feinheitsforderung und Endanwendung ob für Saucen, Suppen, Quark, Käse, Wurst, Gewürzmischungen oder Backwaren, liefert Alpine komplette Anlagen. Je nach Aufgabenstellung bieten wir Systeme oder Anlagen für die Verfahrensschritte Reinigen, Brechen, Schneiden, Feinmahlen, Kaltmahlen mit LN2, Sieben, Sortieren, Mischen, Verpacken etc. . Entweder maßgeschneidert für einzelne Produkte oder als Mehrzweckanlage ausgeführt.



Gewürze: Richtwerte für die Vermahlung bei Normaltemperatur
TYP 250 CW: Mahlung bei Normaltemperatur  
Gewürz Leistung ca. kg/h Feinheit ca. 95% < µm Foto Chili
Chili

Foto Koriander
Koriander

Foto Rosmarin
Rosmarin
Anis (Körner) 100-150 1000 µm
Chilis (ganze Schoten) 120-150 750 µm
Fenchel (Körner) 80-100 1500 µm
  100 600 µm
Ingwer 60-80 300 µm
Kardamon 100 400 µm
Kümmel 70-100 700 µm
(2. Mahlgang) 70-100 420 µm
Koriander 200 630 µm
Macis 150-200 1000 µm
Muskat 100-200 1200 µm
  150-200 800 µm
  150-200 600 µm
Nelken 70-100 500 µm
  100 850 µm
Paprika 200 400 µm
Paprika-Kerne 200 650 µm
Pfeffer 100-150 200 µm
Pimente 150 500 µm
Senfkörner 200-250 500 µm
  100-150 400 µm
Stemanis 150 400 µm
Wacholderbeeren 150-200 1500 µm
Zimt 150 200 µm

Contraplex - Weitkammermühlen CW
Leistungsfaktoren der gebräuchlichsten Typen:
Typ 250 CW F = 1
Typ 400 CW F = 2,5
Die Drehzahl und Drehrichtung der beiden Stiftscheiben können so gewählt werden, daß trotz hoher Mahlfeinheit eine produktschonende Mahlung mit optimalem Erhalt der ätherischen Öle erfolgt.

Beispiel Diagramm

Maschine: Typ 250 CW
Gewürz: Senfkörner,
Fettgehalt ca. 20-35 So
Kurve 1: ca. 200-250 kg/h
Kurve 2: ca. 100-150 kg/h
Diagramm

Starke Unterschiede in der Mahlbarkeit der Gewürze erlaubt nur die Angabe von Richtwerten. Einfluß nehmen auch die Klimaverhältnisse und die Provinienz der Gewürze.




Kaltvermahlen von Gewürzen auf der Contraplex ® Weitkammermühle CW
Die beim Mahlen von Gewürzen entstehende Wärme führt einerseits zum Verflüchtigen der ätherischen Öle, andererseits werden wärmeempfindliche Fette aufgeschmolzen. Dies kann im ungünstigsten Fall zum Zuschmieren der Mahlorgane oder zum Zubauen der Mühle führen.

Zeichnung Kaltmahlanlage Zeichnung:
Aufbau einer Kaltmahlanlage im Kreisgasbetrieb


1 = Dosiergerät: Rinne, Schnecke, Zellenschleuse etc.
2 = Wirbelschneckenkühler mit LN2 – Einspeisung
3 = Prallmühle, Contraxplex, Feinprallmühle UPZ etc.
4 = Automatischer Filter, häufig in Schnellwechselausführung
T = Temperaturfühler
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Zum Optimieren der Produkteigenschaften und der Prozessführung wird daher die Kahlmahlung eingesetzt:

Kaltmahlung:
Verbesserung des Aromas durch Reduzierung des Verlusts ätherischer Öle (ca. 3 – 10% Verlust) im Vergleich zur Mahlung bei Normaltemperatur (ca. 15-43% Verlust)
ca. 2 – 3fach höhere Mahlleistung
Vermeidung von Brandgefahr

Ätherische Ölgehalte im Vergleich zum Originalgewürz

Gewürz Original Normalmahlung Kaltmahlung LN2
  v/g
(= ml/100g)
% v/g % v/g %
Pfeffer weiß 3,38 100 1,95 57,8 3,19 94,5
Pfeffer schwarz 3,37 100 2,21 65,7 3,09 92,0
Piment 3,19 100 2,71 85,0 3,08 97,0
Macis 16,1 100 9,10 56,5 14,5 90,0
Nelken 17,3 100 11,5 66,0 16,5 95,0

Verbrauch kg LN2/kg Mahlgut
(unverbindliche Richtwerte)


Spez. Mahlenergie Temperatur am Mühlenaustritt
  - 10 ° C 0 ° C + 10 ° C
0,02 kWh/kg 0,25 0,2 0,15
0,05 kWh/kg 0,5 0,45 0,4
0,1 kWh/kg 1,0 0,9 0,85
0,15 kWh/kg 1,45 1,4 1,35

Praxiswerte für Gewürze:
Temperatur am Mühlenaustritt ca. 0 °C, manchmal auch –5°C bis –10°C.
Verbrauch je nach Gewürz und Feinheit ca. 0,2 – 0,8 kg LN2/kg Produkt




Feinprallmühlen UPZ
Leistungsfaktoren der gebräuchlichsten Typen:
Typ 315 UPZ F = 1
Typ 500 UPZ F = 2
Typ 630 UPZ F = 3,6


Die stofflichen Eigenschaften, insbesondere das Verschleißverhalten, bestimmt die Mühlenauswahl. UPZ-Mühlen sind bevorzugt geeignet für Wurzelgewürze, Samen, Fruchtschalen mit hohem Aschegehalt; sehr harte Kerne, wie z.B. Hagebutten.
TYP 315 UPZ: Mahlung bei Normaltemperatur
Gewürz Leistung ca. kg/h Feinheit ca. 95% < µm
Basilikum mit 50% Majoran 140 600 µm
Curcuma 150 180 µm
Curry 200 450 µm
Ingwer 100 220 µm
  200 400 µm
Kardamon (Schalen) 80 180 µm
Knoblauch 200 160 µm
Koriander 150 450 µm
Kümmel 100 700 µm
Majoran 150 600 µm
Paprika 250 550 µm
Pfeffer 250 550 µm
Thymian 80 130 µm
  800 2000 µm
Zimt 160 150 µm

Beispiel einer Mehrzweckanlage
Auf dieser Anlage können annähernd alle genannten Gewürze aufbereitet werden. Der Vorteil dieser Anlagenkonzeption besteht darin, dass einzelne Anlagenteile je nach Bedarf, ab - oder zugeschaltet werden können. Wenn es nicht erforderlich ist Blattware feinst zu vermahlen, wird nur die Sichtstufe zur Abtrennung der Schwergüter wie Steine etc., die grobe Schneidmahlung und die zweite Sichtstufe (z.B. für den Stängelabfall), benötigt (Pos. A - E). Ein Umgehen der ersten und/oder der zweiten Sichtstufe ist ebenfalls möglich. Für ein feineres Endprodukt wird die gereinigte Blattware entsprechend der Mahlbarkeit auf einer Ultraplex-Feinprallmühle UPZ oder Contraplex-Stiftmühle CW weiter aufbereitet (Pos. E1 - F).
  Gewürze, die keiner Reinigung und Vormahlung unterzogen werden müssen, können dieser Feinmahlstufe direkt zugeführt werden. Hierbei sind nicht benötigte Verfahrensstufen abgeschaltet. Zur Herstellung verschiedener Feinheitsqualitäten kann das feingemahlene Produkt einer Siebmaschine für die Fraktionierung zugeführt werden (Pos. G - H). Die Anlage ist um eine Mischanlage zur Herstellung von Gewürzmischungen ergänzt (Pos. J - K). Die Entstaubung der Gesamtanlage erfolgt über ein automatisches Filter (Pos. L). Die Anlage wird von einem zentralen Schaltschrank aus gesteuert.



Zoom

   

Legende Gewürze

A = Aufgabe von Gewürzen als Blattware wie Oregano, Petersilie, Lorbeer, Dill,
Estragon, Salbei, Bohnenkraut uvm.
B = Schwerteile wie Steine, Holzstücke, Metallteile etc.
C = Gereinigte Blattware
C1 = Aufgabe v. Paprika, Ingwer, Curcuma, Zimt, Knoblauch uvm.
D = Abfall wie Stängel, gelöster Sand etc.
E = Endprodukt, saubere Blattware
E1 = Aufgabe gereinigte Gewürze wie Pfeffer,Piment, Kümmel, Paprika, Senf, Anis uvm.
F = Endprodukt
G = Fraktioniertes Endprodukt nach erstem Siebdurchgang
H = Fraktioniertes Endprodukt nach zweitem Siebdurchgang
I/J = Aufgabe auf Mischer
K = Gemischtes Endprodukt
L = Abfall aus der Zentralentstaubung
 

Legende Gewürzanlage

1 = Aufgabebehälter für Blattware
2 = Zellenschleuse
3 = Multiplex-Zick-Zack-Sichter MZM
4 = Ansaugschalldämpfer
5 = Zyklon
6 = Luftklappen elektr. pneum. gesteuert
7 = Gebläse
8 = Umschaltklappe
9 = Dosiergerät
10 = Feinprallmühle UPZ oder CW
11 = Autom. Rückblasfilter
12 = Siebmaschine
13 = Aufgabebehälter für Mischgut
14 = Mischer
15 = Schaltschrank


 
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